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Jahrestagung der ADLAF 2006 Ciudadanía vivida, (in)seguridades e interculturalidad – Gelebte ciudadanía, (Un)sicherheiten und Interkulturalität 16.-18. November 2006 Call for papers Für die ADLAF Jahrestagung 2006 werden Paper zu den unten aufgeführten Paneldiskussionen gesucht. Abstracts von ungefähr 200 Wörtern sowie kurzen Angaben zu Autor/in (bis 500 Zeichen) können bis zum 30. April 2006 eingereicht werden. Bitte senden Sie Ihre Beiträge an:
adlaf2006@uni-koeln.de Eröffnungsplenum: Ciudadanía, (in)seguridades e interculturalidad – una exploración de los conceptos Das Eingangspanel soll einer theoretisch-methodischen Klärung des Tagungsthemas dienen. Hierzu werden die drei Begriffe aus der Perspektive jeweils einer Disziplin, die sich in besonderer Weise mit dem Thema beschäftigt hat, erläutert, wobei jedoch sowohl Ausblicke auf andere Disziplinen als auch die wechselseitige Verschränkung der drei Faktoren mit in den Blick kommen sollen. Der Begriff der ciudadanía und seine unterschiedlichen inhaltlichen Aufladungen sollen daher in historischer Perspektive, derjenige der Sicherheit und ihres Mangels in sozialwissenschaftlicher sowie derjenige der Interkulturalität aus kulturwissenschaftlicher Perspektive dargestellt werden.
Kulturelle Interaktion sowie
Ausübungsmöglichkeiten von ciudadanía bedürfen der systematischen
Umsetzungsstrategien seitens des Staates und der Bereitschaft der
Machtgruppen. Erforderlich dabei ist die Kenntnis und die Berücksichtigung
der Wertesysteme sowie der Symbol- und Deutungskulturen der verschiedenen
sozialen und kulturellen Gruppen und ihre historische Entwicklung seit dem
19. Jahrhundert. Welche interkulturell unterschiedlichen
Konzepte/Vorstellungen/Konstruktionen existieren innerhalb Lateinamerikas zu
ciudadanía und (in)seguridades? Hier soll auf Differenzierung Wert gelegt
werden: nach Geschlecht, städtischem und ländlichem, indigenem und
afroamerikanischem Kontext, Generationenunterschiede, Mestizos, etc. Die
Alternativvorstellungen über das „gute Leben“, dem Begriff, mit dem indigene
Gruppen ihre Konzepte von gemeinschaftlichen Zusammenleben und Entwicklung
bezeichnen, werden bisher – wenn überhaupt – nur am Rande der politischen
Diskussion wahrgenommen. Welche Unsicherheiten im Hinblick auf Zugehörigkeit
und Verortung innerhalb der nationalen Gemeinschaften werden hier sichtbar? AG 2: Mediale Ausdrucksformen und Verhaltensmuster In der Darstellung und Vorstellung von ciudadanía
spielen verschiedene mediale Ausdrucksformen zunehmend eine bedeutende
Rolle. In dieser Arbeitsgruppe soll besonders danach gefragt werden, welche
äußeren gesellschaftlichen und politischen Umstände zu einer Umorientierung
medialer Ausdrucksformen und der Entstehung neuer Subgattungen
gesellschaftlicher und politischer Diskurse (z. B. Film, Favela Fiction
etc.) führen. Zentrale Fragen sind: In welchem Verhältnis stehen
lateinamerikanische “Nationendiskurse” und “unsichere Staatsbürgerschaft”?
Warum und wie wirken die entsprechenden politischen oder gesellschaftlichen
Diskurse? Inwieweit sind neue literarische Darstellungsformen ein Spiegel
der Erlebniswelten der Bevölkerungen Lateinamerikas?
Lateinamerika ist durch eine der weltweit
höchsten Verstädterungsraten gekennzeichnet. In diesem Kontext stellt sich
die Frage, inwieweit ciudadanía durch Urbanisierung gefördert oder begrenzt
wird. In welchem Verhältnis stehen „unsichere“ Staatsbürgerschaften und
Urbanisierung in der lateinamerikanischen Geschichte und heutzutage? Welche
Rolle spielen materielle Vorraussetzungen bei der Umsetzung von
Bürgerrechten in Bezug auf (in)seguridades und interculturalidad? Neuartige
Phänomene sind zudem Fragmentierungen in den Städten, ökonomische und
soziale Polarisierungen sowie gewaltsame Konflikte. Während der letzten
Jahre formieren sich verstärkt neue soziale und politische Akteure in
städtischen Marginalsiedlungen. Wovon hängt es ab, ob sich Slums oder
randstädtische Hüttenviertel der Hoffnung bilden, mit Formen des
allmählichen Hineinwachsens in die städtische Lebensform bei vielfältigen
Formen der Interkulturalität (z.B. „paisanismo“, Selbstorganisation,
informeller Wirtschaftssektor)? Diese Problematik lässt sich beispielhaft
erörtern an Phänomenen der „gated communities“ (z.B. Einschränkung des
öffentlichen Raumes) und an den Konsequenzen für eine gelebte ciudadanía. AG 4: Auswirkungen der transnationalen Migration auf ciudadanía, interculturalidad und (in)seguridades Lateinamerika ist seit der Kolonialzeit durch
vielfältige Migrationsprozesse geprägt, die auch das Konzept von
Staatsbürgerschaft entscheidend formen. So war in vielen Staaten im 19.
Jahrhundert die Form der Einbeziehung der indigenen Bevölkerung sowie der
Nachfahren der zwangsumgesiedelten Afrikaner umstritten, aber auch für die
europäischen Migranten war die Frage der Staatsbürgerschaft in den
Aufnahmeländern ambivalent. Migration kann die Frage der Zugehörigkeit und
die Reichweite von ciudadanía sowohl behindern und einschränken, als auch zu
einer Erweiterung des Konzeptes und des betroffenen Personenkreises führen.
Hinzu kommt, dass durch die Migration – sei sie auf Dauer oder auf Zeit
angelegt – transnationale Lebensentwürfe und Beziehungen entstehen. Diese
können einerseits Sicherheiten (z.B. in ökonomischer Hinsicht) schaffen,
gleichzeitig aber auch neue Unsicherheiten (z.B. in Bezug auf ciudadanía
oder auch kulturelle Identitäten) hervorrufen. Zu fragen ist daher, wie sich
Migration (transnationale und interregionale, Stadt-Land) auf ethnische und
nationale Identitäten auswirkt und welche Wirkung der Besitz oder
Nichtbesitz von Staatsbürgerschaftsrechten auf die Identität der Migranten
hat. Wie verändert transnationale Migration Begriff und Gehalt von
citizenship, Sicherheit und Interkulturalität sowohl im Aufnahme– als auch
im Herkunftsland? Wann und warum wurde und wird Migration und ciudadanía
Gegenstand öffentlicher Debatten und mit welchem Ziel? AG 5: Öffentliche
(Un)Sicherheit: Handlungsspielräume und Lösungsansätze in der Praxis
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